Tutorial - Grundtechniken

by Robert aka muhani

Article by roman, jarhead, kong
Translation by Mike Simon,
Herzlichen Dank!



Dieser Artikel sollte als Grundausstattung angesehen werden und beschäftigt sich mit der Theorie und ein paar praktischen Schritten der gebräuchlichsten mir bekannten Techniken. Er ist nicht auf Vollständigkeit geprüft und zeigt nur meine persönliche Sicht der Dinge, die ich von anderen gelernt habe.

Es gibt verschiedene Wege, eine Figur zu bemalen. Vom Bürsten zum Tuschen, von Tinten zur Terminologie der Schicht-Technik, es gibt wohl schon unzählige verschiedene Definitionen. Ich versuche, ein bisschen Klarheit hinein zu bringen – ich hoffe, ich schaffe das in einer rein theoretischen Form.

Das hier ist zudem nur ein Überblick. Pläne für tiefer gehende Erläuterungen sind schon gefasst – und werden in der Zukunft umgesetzt, wie es bei Plänen so üblich ist, also habt bitte Geduld. :)


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1. Das Trockenbürsten

Anwendungsbereiche:
Figuren, Gelände, Bases usw. – speziell für hellerfarbige Schichten auf vorher dunkleren

Farben:
Alle Farben außer speziellen Tinten möglich. An erster Stelle "normale" Farben.

Vorteile:
Einfache, schnelle Technik, kann auch beim Neueinstieg gute Ergebnisse liefern, mit etwas Übung sogar sehr gute. Kann dabei helfen, eine große Zahl von Modellen in einem humanen Zeitrahmen zu bemalen.

Nachteile:
Diese Technik wird oft auf unkontrollierte Weise angewendet, was üblicherweise zu „schmutzigen“ Resultaten führt und darin enden könnte, dass der Gesamteindruck einer Figur sich stark verschlechtert.

Wenn du bürstest, ist ein Borstenpinsel normalerweise von Vorteil. Du kannst auch mit einem größeren Pinsel mit feineren Haaren bürsten, was aber zu einer raschen Abnutzung des Pinsels führt.

Der Bürst-Vorgang in der Theorie

Eine kleine Menge Farbe wird auf dem Pinsel geführt, dann wird diese auf einem Stück Stoff oder Papier „getrocknet“, um den Großteil der Farbmenge loszuwerden und nur einen „staubigen“ Rest übrig zu behalten. Bürste dann wie es gewünscht – von oben nach unten oder von links nach rechts – was nötig ist, wird dir deine Figur/ dein Modell/ dein Gelände usw. sagen. Die „staubigen“ Pigmente setzen sich auf den höheren Stellen von Figur/Modell/Gelände ab und erlauben diesen so, herauszustehen. Kann in mehreren Schritten von dunkel nach hell durchgeführt werden.









Grundiert:
Dunkler Grundschicht (wäre besser gewesen, in schwarz zu grundieren, haha):

Trockengebürstet mit einem helleren Ton:





Varianten:
Wenn es ein Trockenbürsten gibt, muss es auch ein Nassbürsten geben, richtig? Es sollte erwähnt werden, dass es verschiedene Varianten gibt, wie man eine Bürst-Sitzung beginnen kann. Das Trockenbürsten ist sicherlich der leichtere Weg. Wenn die die Farbe vorher ein bisschen mit Wasser verdünnt wurde, wird das Bürstergebnis nicht so staubig, eher eine schwache Berührung von Farbe – versuche auch dabei, die höheren Teile des Modells zu erwischen, wie oben beschrieben – aber denk daran, dass das „Abtrocknen auf dem Papiertuch“ mehr Zeit und Aufmerksamkeit braucht, um zu vermeiden, dass die Farbe überall landet.

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Das Waschen/ Tuschen

Anwendungsbereiche:
Waschen/Tinten wird benutzt, um schnell und zeitsparend einen Unterschied von den tieferen zu den höheren Stellen einer Miniatur herzustellen. Es funktioniert auch gut in Kombination mit Trockenbürsten vor und vielleicht auch nach dem Waschen.

Farben:
Spezielle Tinten / Tinten von verschiedenen Herstellern.

Vorteile:
Schnelle Ergebnisse, gibt einem Modell mehr Tiefe, schnell und gut für das Bemalen einer großen Menge von Modellen oder um eine Grundidee zu finden, wo es später hingehen soll.

Nachteile:
Tinten sind oft sehr glänzend, auch nach dem Trocknen. Die Farbe läuft oft nicht exakt in die Bereiche, in die sie sollte.

Der Waschen-/Tuschen-Vorgang in der Theorie

Nimm mit dem Pinsel etwas Farbe auf. Weil Tinte meist sehr dünnflüssig ist, sollte sie auf einem Stück Stoff oder Krepp abgewischt werden, ehe es auf die Miniatur geht. Eine Verdünnung mit Wasser kann die Intensität der Tinte abschwächen. Stell sicher, dass die Tinte nur speziell an den Punkt gelangt, wo sie hin soll – du kannst sie auch als dünne Schicht über eine existierende Grundbemalung legen, um verschiedene Farben hineinzubringen.


Heller Untergrund:
Führt zu:


Varianten:
Waschen ist auch möglich mit normalen Farben. Hier spricht man oft von Lasieren – in diesem Fall Lasieren in den Schatten. Du stellst – durch Verdünnung mit Wasser – eine Farbe her, die du wie Tinte benutzt, die aber nach dem Trocknen nicht mehr glänzt. Diese Lasuren werden auch oft für fortgeschrittene Techniken verwendet – aber dazu später mehr.

Waschen/Tuschen wird oft auch in Verbindung mit metallischen Farben benutzt, um ihnen ein abgenutztes Aussehen zu geben oder die modellierten Vertiefungen zu untermalen.


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3. Das Schichten

Anwendungsbereiche:
Die am weitesten verbreitete Malmethode im Freizeitbereich.

Farben:
Alle Farben möglich – auch Tinten und Washes (achte auf Glanz und Deckkraft)

Vorteile:
Guter Effekt – einfach zu lernen, hübsch aussehende Miniaturen.

Nachteile:
Kaum einer! Eine spezialisierte Form hiervon, das sogenannte „Blendung“ oder Malen sauberer Farbverläufe von hell zu dunkel ist die Basis des Malens im qualitativ hohen Bereich.

Der Akzentuieren-Vorgang in der Theorie:

Beim Akzentuieren/Aufhellen wird von dunkel nach hell gearbeitet. Beginne auf einem dunklen Untergrund. Der Prozess verläuft durch die Hinzufügung immer hellerer Töne in die Grundfarbe, als Ziel die markanten Merkmale (akzentuieren von bestimmen Punkten an einem Modell).

It says from dark to bright:


 

 

 


Varianten:
Du kannst auch mit Lasuren akzentuieren. Die Übergänge sind dann weicher und sanfter und bilden am Ende einen harmonischen Gesamteindruck.


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4. Das Abschattieren

Anwendungsbereiche:
Eine bevorzugte Technik, die herangezogen wird, um nachträglich verschmutzte Körper zu betonen oder auch als umgedrehtes Schichten.


Farben:
Alle erhältlichen Farben .

Vorteile:
Als Folgetechnik erlaubt es die Entwicklung feinerer Unterscheidungen im Farbton.

Nachteile:
Genieß das Üben. Stark abhängig von der Erfahrung des Malers mit Lasuren. Darum ist ein Pinsel wie eine Gitarre – er ist dafür gemacht, um zu malen.

Der Abschattier-Vorgang in der Theorie:

Wenn ein komplettes Modell abschattiert wird, startet man mit einer sehr hellen Grundfarbe und zieht sie durch feine Lasuren ins Dunkle. Hierbei arbeitest du auf die dunklen Stellen zu.

It says from bright to dark:





 

 

 


Varianten:
Diese Technik ist in meinen Augen besonders gut dafür geeignet, eine gewisse Spannung aufzubauen, indem Farben mit einem subtilen Farbverlauf nachbearbeitet werden. Das anschließende Abschattieren hilft mir, zuerst wild drauf los zu arbeiten und später meine Schattenbereiche herauszuarbeiten. Beim Aufhellen ist es ein guter Tipp, die hellen Stellen anschließend mit den Mitteltönen wieder abzuschattieren, um die Übergänge weicher zu machen.

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5. Die Kanten-Akzentuierung

Anwendungsbereiche:
Ähnlich der Akzentuierung beim Schichten – erhabene Kanten der Figur erhalten mehr Aufmerksamkeit.

Farben:
Alle erhältlichen Farben möglich, Tinten als Ausnahme sind hierfür nicht so geeignet.

Vorteile:
Figuren profitieren von der Hervorhebung der Kanten, du kannst die letztendlichen Fokusbereiche setzen oder Wege, auf denen das Auge zum Fokus hingeleitet wird.

Nachteile:
Kaum einer! Ist bei proffessioneller Anwendung unter Einbezug von Licht und Schatten eine Basis professioneller Bemalung. Bei schneller Anwendung ohne Einbezug der Licht- und Schatten-Theorie – eine Menge Aufmerksamkeit ist dafür nötig - können Miniaturen unglücklicherweise schnell unsauber aussehen.

Die Kanten-Akzentuierung in der Theorie

Wenn akzentuiert, werden normalerweise alle existierenden Kanten an einem Modell verschärft. Das bedeutet, dass die Figur durch die Klarheit ihrer Konturen eindrucksvoller wirkt und leichter zu erfassen ist. Die Farbe wird mit einem Pinsel aufgetragen, der über die Kanten gezogen wird. Hier wird oft der Fehler gemacht, mit der Pinselspitze zu arbeiten, während man den Akzent malt- das führt üblicherweise zu verwackelten Ergebnissen. Wenn man aber die Seite des Pinsels nutzt und sie in einem 45° Winkel über die Ecken zieht, ist das Ergebnis – nach ein wenig Übung – sauber und fein.



Varianten:
Um diese Technik auf einem hohen Level anzuwenden, ist langes Üben notwendig – ich meine dabei nicht die Technik an sich, aber die Kombination verschiedener Techniken, das Wissen um Farbe und wie man harmonisch mit ihr arbeitet (Farbtheorie), sowie das Wissen um eine eindeutige Lichtsituation auf einer Figur.


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6. Abschließende Worte

Man kann schwerlich eine der oben angeführten Techniken als den Weg bezeichnen, auf dem man vorgehen muss. Jede Technik hat ihre Existenzberechtigung, wenn sie gezielt für spezielle Anwendungsbereiche genutzt wird. Ebenso mögen verschiedene Leute verschiedene Dinge, also liegt es an dir, durch Übung und Erfahrung herauszufinden, was dein Ding ist.

Auf der Suche nach der idealen Technik liegt der Schlüssel in der Anwendung aller davon. Das erfordert Übung und ist natürlich abhängig von deinen persönlichen Erfahrungen – was ich sagen will, ist, dass es keinen Heiligen Gral gibt. Experimentiere, ausgehend von den obigen „Grundtechniken“ und anderen, wie dem sogenannten Nassblenden (Wetblending), Ausfedern (Feathering) oder anderen, die du da draußen im WWW finden kannst. Denke daran, alles ist nur eine Frage des Mutes zu experimentieren und dadurch zu lernen.

So weit von meiner Seite – ich übe auch immer wieder... Und denke daran: Der Weg der Miniaturenmalers darf kein K(r)ampf sein - just keep on Happy Painting!

Grüße,
Roman




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