Theorie – Warme und kalte Farben

by Robert aka muhani

Article by Roman, Jarhead, Kong

Translation by Mike Simon,
Herzlichen Dank!


Aloha.

Das heutige Blabla handelt von warmen und kalten Farben. Du magst denken: Häh? Wovon redet der? Ich kenne nur Snakebite Leather, Oily Steel, Ivory, Chaos Black, Regal Blue, Dark Angels Green, Dwarf Flesh, Sunburst Yellow und so weiter und so weiter… Nein, Farben sind nicht das, als was sie der Hersteller betitelt hat. Eine Zwergenhaut muss beispielsweise nicht mit Dwarf Flesh bemalt werden – es steht nirgendwo, dass es so gemacht werden muss. Es macht Spaß damit aufzuhören, in diese Richtung zu denken, und der eigene farbliche Horizont erweitert sich…


Warme und kalte Farben – Fühl es!
Zuerst erkläre ich, was ich meine. Das menschliche Wesen hat schon immer Farben benutzt und zu seinem Nutzen eingesetzt, wie das STOP-Schild, das der Aufmerksamkeit wegen rot gehalten ist. Das ist ein sehr langer Lernprozess in der Menschheitsgeschichte, den du bis zu den Anfängen der menschlichen Evolution zurückverfolgen kannst. Ich werde das jetzt nicht machen, weil mir schlicht die Zeit fehlt, alles von der ersten Sekunde des Lebens an zu erklären. Ich versuche es einfach zu halten. Das menschliche Wesen hat Gefühle - auch wenn es so scheint, als hätten manche keine, doch glaub mir, jeder hat sie. Farben sind von großer Bedeutung, wenn es um Gefühle geht. Die Menschen lernten in der Evolution, während sie damit herum experimentierten, dass Dinge nützlich oder schädlich sein können. Sie fanden heraus, was sie mögen und was nicht. Der größte Teil der menschlichen Spezies lebt dort, wo es warm ist, wir Menschen mögen warmes Klima. Natürlich gibt es da auch andere, die die Kälte lieben oder einfach hineingeboren wurden, und ich habe den größten Respekt vor diesen Leuten – ich denke, es ist einfach erstaunlich. Ich mag die Kälte nicht und ich kenne auch keine Leute, die mich mal angerufen hätten, um mir begeistert am Telefon zu sagen: „Hey yeah! Ich zieh zum Südpol – das wird großartig! Hammer, yeah!“ …nicht einen… wie dem auch sei, die Menschen mögen die Sonne.

Jetzt sieh dir die Farben der Sonne in all ihrer Stärke an. Welche Farbe auch entstehen, wenn deine Umgebung vom Licht der Sonne getroffen wird – sie alle sind stark und schön, farbige Blumen wachsen um deine Füße, verbreiten sich über den kompletten Platz und bringen dir die Nachricht, dass dieser Tag ein schöner Tag sein wird, was auch immer passieren mag… Das ist das, was die Sonne für die meisten Menschen bedeutet: Lebensfreude – ein Gefühl der Sicherheit – etwas Warmes für deine Seele. Warme Farben.

Natürlich muss es auch kalte Farben geben. Diese sind diejenigen, die ein irgendwie einsames Gefühl erzeugen, tief in deiner Seele. Ein kalter, blauer Raum, in dem Traurigkeit aufsteigt, ein wunderschönes Mondlicht, das dich aber trotzdem einsam und traurig sein lässt, niemand da außer dir in dieser eiskalten Eiswüste… Ich denke, du weißt, was ich meine. Klar, Kälte ist auch cool, Snowboarden, Schneeballschlachten usw., aber da ist bei diesen Farben immer etwas im Hintergrund der Herzen der Menschen… Das ist kein Angriff auf diejenigen, die in kalten Gegenden leben, es ist einfach meine Perspektive und ich habe keine Ahnung, wie ich über Kälte denken würde, wenn ich in Sibirien geboren worden wäre. Klar gibt es Schönheit auch bei kalten Sachen, aber wie gesagt sind die Farben nicht so warm wie die, die die Sonne in unsere Seelen bringt… Verdammt, nicht leicht zu erklären, haha!

Ich versuche, es mit einer Erklärung hinzukriegen – stell dir vor, du bist auf der Straße mit einem wunderschönen Mädchen in einer Stadt irgendwo auf diesem Planeten, es ist Abend und du hattest einen wunderbaren Tag mit der schönen Lady und du denkst darüber nach, in einem Restaurant etwas zu essen. (Natürlich wäre es noch großartiger, wenn du sagen könntest: „Hey ich bin ein Eingeborener hier, ich werde etwas zu essen jagen oder die Affen von MASSIVE VOODOO fragen, ob sie uns Bananen bringen können, damit wir daraus die ganze Nacht lang Schokobananen machen können!“)
Essen war das letzte Wort meiner Gedanken, die ich niederschreiben wollte. Okay, essen, Restaurant, hübsche Lady, nun such die einen Platz zum Entspannen und genieße ein perfektes Mahl. Oder: Ihr hattet ein großartiges Mahl und eine sehr lustige Zeit miteinander, gingt zu dir nach Hause und die Nacht wird für den Rest deines Lebens in deiner Erinnerung bleiben… dann Frühstück… du trägst sie auf deinen Gorilla-armen, sie ist nur in ihr weißes Bettlaken gehüllt… Jetzt such dir den richtigen Platz aus… Wichtig! Nur indem du auf die Farben achtest:




Für mich persönlich ist klar, wo ich dieses Frühstück genießen möchte. :)


Warme und kalte Farben - Miniaturenbemalung
Nachdem jetzt jeder die Farben gefühlt hat (zumindest hoffe ich das), kommen wir zum Wesentlichen und schauen uns das Ganze unter eher praktischen Gesichtspunkten an. Wenn du warme und kalte Farben benutzt, kannst du echt großartige Kontraste hinbekommen. Wenn du sie einsetzt, beeinflussen sie mit Sicherheit den Gesamteindruck deiner gesamten Miniatur und der Base.

Ich versuche, dir das Blahblah von gerade in einigen verlinkten Bildern von Deviant.Art zu zeigen – nur zur Erklärung, damit du die Effekte siehst. Bitte versuche dich auf die Farben zu fokussieren, mit denen gearbeitet wurde, nicht auf die gezeigten Themen.

Kalte Farben
Dead Sea by LolitaArt 
Barnards' Swordswallower by Abiogenesis

Warme Farben 
Through the devastation by perzo

Nun möchte ich dir zeigen, was du machen kannst, wenn du beide nutzt:

Ein hardcore kalt-warm Kontrast wirkt in diesem Teil:

Fire and Ice by Risachantag

In diesem ist alles kalt, außer die Fokuspunkte:
Endzeit byMichaelKutsche

Hier siehst du kalte und warme Farben, die als Lichtquelle wirken:
Witch by namesjames

Die Farben können leuchtend sein, um einen kraftvollen kalt-warm Kontrast zu erhalten:
Calypso by Michelle 84

Oder sie können entsättigt sein, um den Kontrast subtiler einzusetzen:
Nightsands by SteveArgyle


Mehr Beispiele, um den unterschiedlichen Einsatz von kalten und warmen Farben zu zeigen:

Eine subtile Anwendung eines warmen und eines kalten Bereiches, einfach um mehr Dramatik in die Szene zu bringen:
Warhammer by Lameoh14

Hauptsächlich kalte Bereiche, aber die warme Farbe springt geradezu heraus und bringt deine Augen zum Fokus:
NokiaIllustration by PatLeeArt

Unwichtige Bereiche werden hier zu kalten Schatten, der Hauptfokus liegt auf den warmen und leuchtenden Bereichen:
Sagittarius by Pervandr

Ein hauptsächlich violett wirkendes Thema, jedoch mit kaltem Violett und warmen Bereichen:
Neo Crystalis by `Ochrejelly

Wieder ein Blick auf kalte Schatten- und warme Lichtbereiche:
The Shipwreck by Bluefley

Wie kannst du nun all diese Informationen und Gefühle, die du zu kalten und warmen Farben hast, in die Miniaturenbemalung transferieren? Das hängt hauptsächlich von dir ab. Ich kann nur einige Beispiele davon geben, was du machen kannst und was ich davon halte. Zum Beispiel:

- Bemale verschiedene Bereiche auf der Miniatur in warmen/kalten Farben, um sie von einander zu trennen.
- Bemale eine Miniatur in warmen Farben, die auf einer mit kalten Farben bemalten Base steht (oder umgekehrt)..
- – AM WICHTIGSTEN ist in meinen Augen die Tatsache, dass du beinahe jede Farbe warm oder kalt machen kannst, indem du sie mischt mit... yeah, du hast es – warmen oder kalten Farben. Zum Beispiel: ein kaltes Schwarz, ein warmer Hautton, ein warmes Violett, ein kaltes Violett, ein warmes Grün, ein kaltes Grün... und so weiter. Ich denke, du verstehst mich da jetzt. Tatsächlich eröffnet das neue Dimensionen für dein Malen. Wenn du mit einer vorgestellten Lichtquelle auf dem Modell arbeitest, ist es oftmals hilfreich, einen sanften Touch von Kälte in die Schattenbereiche zu bringen, um sie weiter entfernt wirken zu lassen, wenn man auf die Figur schaut. Umgekehrt könnten die hellen Bereiche (wie die hellen Bereiche auf einer blauen Kleidung/Akzente) eine Pinselspitze warmer, leuchtender Farben hinzubekommen, um sie noch kräftiger zu machen.

Ich werde dir einige Beispiele davon zeigen, wie dieser Kontrast auf Miniaturen angewendet aussieht, zunächst mit der letzten Miniatur von meinem Tisch, Bruti Brighthammer, Lord of the broken Peak, 28 mm von Red BoxGames, bei dem ich mich auf diesen Kontrast und die Anwendung von OSLkonzentriert habe. Die Base ist ein Sockel von Sockelmacher.de und hat meine Aufmerksamkeit echt eingefangen, während ich nach einer Base für Bruti suchte. Der Kriegshammer, den er in die Luft hielt, wurde entfernt und durch eine Fackel von Games Workshop ersetzt. Vielleicht sollte ich bessere Fotos schießen, aber das ist nicht einfach im Moment ohne Computer und so ein Zeug, müsst ihr wissen. Hier ist Bruti, auf der Suche nach dem Weg – denk dran, kalte und warme Farben:







Abschließende Worte
Es gibt viele Wege, wie du mit diesem Kontrast spielen kannst. Versuch es einfach und versuch auch, deine eigenen Grundfarben zu mischen, erlaube dir experimentelle Erfahrungen und finde heraus, wie kalte und warme Farben deinen Malstil beeinflussen können. Natürlich gibt es viele andere Kontraste da draußen und jeder hat seinen eigenen Einfluss auf die Miniaturenbemalung, wie hell/dunkel, groß/klein, hoch/tief und so viele andere, dass du es kaum glauben wirst. Ich werde diese Theorieartikel im Hinterkopf behalten und versuchen, dir mehr Informationen darüber zu bringen, wann auch immer mich die Muse daran erinnert.

Vergiss es, nach diesem Kontrast auf die Suche zu gehen und weg vom Miniaturenbemalen – er wird überall sein. :)

Ich hoffe, du magst diese kleine Reise in die Farbtheorie! Wenn du irgendwelche Fragen dazu hast, hinterlasse einfach einen Kommentar. Ich werde die Kommentaraktualisierungen vornehmen, sobald ich einen neuen Computer habe. Entschuldigt die Verzögerungen in einigen Bereichen der Artikelsektion.

Keep on happy painting!
Schöne Grüße,
Roman

PS: 
Vesa? I would be very glad if you could drop me an email about your shipping adress again...



Tutorial – Zenitale Beleuchtung - Vorgehensweise

by Robert aka muhani

Article by Roman, Jarhead, Kong

Translation by Mike Simon,
Herzlichen Dank!


Aloha.

Heute rede ich über Licht. Wie du weißt, lebt das Miniaturenbemalen vom Licht, das du auf deine Miniaturen malst. Aufhellungen hier und da geben den einzelnen Stellen eine klare Ordnung. Licht funktioniert nur mit Schatten und Schatten funktionieren nur mit Licht – der sogenannte Hell-Dunkel Kontrast. Dieser Artikel zeigt meine persönliche Sicht auf das Thema – zusätzliche Kommentare sind immer willkommen...

Ich werde kursiv gehaltene Randbemerkungen über Licht abgeben, um einen Einblick in meine persönliche Vorgehensweise zu gewähren. Dabei geht es nicht um die benutzten Farben, sondern darum, wie ich mich durch die Miniatur arbeite.

Ein paar Sätze über Lichtquellen
Es gibt immer eine Lichtquelle, die deine Modelle beeinflusst, egal, wann du sie betrachtest. Es ist das Licht der Sonne, das Tageslicht, wenn sie auf auf dem Spieltisch stehen oder das Licht einer Lampe, während du in deinem Zimmer malst – diese Lichtquelle muss niemals gemalt werden. In diesem Artikel möchte ich euch eine Hilfestellung geben bezüglich der Frage, nach welchem Plan man bestimmte Stellen sinnvoll akzentuieren und aufhellen kann. Wenn du im Alltag herumläufst, kannst du überall sehen, wie Licht deine Umgebung beeinflusst:


Dramatische Lichtsituationen findet man hingegen oftmals in den Gemälden von Künstlern – sie sind immer eine gute Inspirationsquelle, von der man lernen kann. Hier ist ein Beispiel, gefunden unter http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/7/72/CaravaggioColumn.jpg


Oder das hier, hier gefunden: http://de.academic.ru/pictures/dewiki/67/Caravaggio-emmaus_750pix.jpg


Raffaele, unser geliebter Kapuziner, schrieb einen großartigen Artikel über Licht im Allgemeinen. Er erklärt, wie Licht funktioniert und Stellen beeinflusst. Check it out! Ich habe diesem Artikel noch etwas hinzugefügt, das ich beim Rumhängen in diversen Foren gefunden habe, Dank an Thomas an dieser Stelle für das Verlinken! hiervon!

Ich gehe nun einen Schritt weiter ins Detail der Lichtmalerei, weil es da eine Lichtquelle gibt, die deine Malerei zu einer wahren Freude machen kann, wenn du sie verstehst. Wenn du sie verstehst und sie dir vorstellen kannst, kannst du sie auch malen! :)

Theorie zu zenitaler Beleuchtung
Zenitale Beleuchtung bezeichnet eine vorgestellte Lichtquelle, zunächst nur in der Fantasie – es liegt an dir, sie real und lebendig werden zu lassen, wie sie von oben auf die Miniatur trifft. Licht, das du vor deinem inneren Auge siehst und das dann auf die Miniatur zu malen ist. Es ist nicht mehr als die normale Arbeit mit dem Hell-Dunkel Kontrast, bietet dir aber eine enorme Hilfe beim Bemalen, weil es immer und klar von oben auf die Miniatur trifft.

Warum von oben? Wovon redet der Mann? Okay, Schritt für Schritt... hier ist eine Mini, bemalt in ihren Grundfarben mit ein paar zusätzlichen Akzenten und Schatten, zur Zeit noch ohne spezielle Lichtquelle – ich zeige sie einfarbig zur einfacheren Erklärung:


Als nächstes lasse ich zenitales Licht auf das Modell treffen. Die Schatten auf der Seite, die der Lichtrichtung gegenüber liegen, werden dabei stärker.


Nun mache ich das Licht von oben intensiver. Das stellt sicher, dass ich meinen Fokus bei der Miniatur dahin bekomme, wo ich ihn haben will – auf die oberen Regionen, konzentriert auf Kopf/Gesicht/Charakter der Miniatur. Es ist ein übertriebenes Beispiel zum besseren Verständnis. Du siehst, die Beine bekommen nicht allzu viel Aufmerksamkeit vom Licht, weil der wichtigste Teil nun einmal nicht der rechte große Zeh an einem Modell ist:



Wenn Licht auf eine Kante trifft, erscheint die Kante immer heller als die sie umgebenden Stellen – wirf mal einen Blick auf das Stuhlfoto vom Anfang. Das rührt von der Kante selber her, weil sie das Licht bricht, wobei mir das schon zu sehr in Richtung Wissenschaft geht, also reicht es mir einfach, die Wirkung zu kennen. Wenn du mehr über Lichttheorie wissen willst, schau auf Wikipedia nach! Sei dir immer im Klaren, dass Licht verschieden wirkt, abhängig davon, auf welches Material es trifft. Auf Metallen erhältst du beispielsweise intensivere Reflexionen verglichen mit Kleidung aus dunkler Wolle. Halte die Augen offen, alles ist da draußen!

Es ist oft hilfreich, von oben auf das Modell zu schauen. Deine Sichtlinie ist dabei die zenitale Beleuchtung und du kannst genau die Stellen sehen, die sie treffen wird. Die Stellen, die parallel zu deiner Sichtlinie liegen, werden immer noch etwas von dem Licht beeinflusst, jedoch nicht so stark. Die Stellen, die du nicht sehen kannst, liegen im Schatten. Erinnere dich immer an die Tatsache, dass eine Hautpartie, von zenitalem Licht auf einem kahlen Kopf getroffen, immer heller ist als der rechte Zeh auf dem Boden, sogar wenn dieser auch von zenitalem Licht getroffen wird. Ich erkläre das in der folgenden Übung.

Es ist eine simple Theorie über zenitale Beleuchtung. Denk daran, dass du es bist, der entscheidet, ob er mit so intensivem Licht malt und natürlich solltest du darüber nachdenken, ob du es für eine komplette Armee verwendest, du siehst aber sehr oft Miniaturen, die nach dieser Lichttheorie bemalt sind, wenn du deine Adleraugen offen hältst. Letztendlich ist es nichts, das schwer zu malen wäre. Ich schätze, für die Tabletopspieler unter euch wäre es eine große Veränderung, aber glaub mir, es ist nur eine Frage der Übung und nachdem deine Augen ein paar mal durch diese Schule gegangen sind, wirst du lernen, Licht wie eine Maschine zu malen. Du kannst natürlich verschiedene Winkel benutzen, aus denen dein Licht auf die Miniatur trifft – zenitale Beleuchtung ist der einfachste davon. Ich kann nur für mich selber sprechen und muss aus meiner Erfahrung sagen, dass es leichter ist etwas mit Licht oder Akzenten zu bemalen, wenn du weißt, warum du es so machst.

Warum will er überhaupt, dass ich mit Licht male? Gute Frage – eine übertriebene Benutzung von Licht macht dein Modell realistischer und der gesteigerte Kontrast zwischen Dunkel und Hell lässt deine kleinen Freunde eindrucksvoller aussehen. Letztendlich musst du bei einem solch kleinen Maßstab exzessiv sein, um es krachen zu lassen. Kaboom! Mit der Benutzung zenitaler Beleuchtung rückst du zentrale Stellen in ein „gutes Licht“ für den Betrachter und meistens ist es das Gesicht/der Charakter der Miniatur, das/den du durch diese Lichtquelle in den Fokus rückst (natürlich abhängig von der Modellierung!). Übung ist dabei nötig, wie immer.


Übung in zenitaler Beleuchtung
Ich werde dir jetzt einen Überblick darüber geben, wie ich meine Arbeit meistens beginne, inklusive einem Blick auf zenitale Beleuchtung. Die zusätzlichen Kommentare zu meiner persönlichen Vorgehensweise sind kursiv gehalten.

Nach der Grundierung des Modells (Son on Onimos, Rackham) beginne ich die Bemalung mit den Grundfarben des Modells, wobei ich mich schon in die Lichtsituation (zenital) hineindenke und die Stellen, die von Licht beeinflusst werden, auf dem Modell in helleren Tönen halte. Ich mache diesen Schritt meistens nass-in-nass, das bedeutet, dass ich die Farben auf dem Modell selber mische. Das ist so verdammt schwer in Worte zu fassen, das hierfür ein Videotutorial geplant ist – früher oder später. Für die Bemaltheorie von Metallfarben, check diesen Artikel.

1 Stunde konzentrierten Bemalens - Finden der Grundfarben, Anbringen auf dem Modell, wobei sie nass-in-nass gemalt werden, bereits einschließlich einem leichten Hell-Dunkel Kontrast, der von zenitaler Beleuchtung hervorgerufen wird... der Fokus liegt bereits auf Gesicht und Schultern... ich mag zu dem Zeitpunkt bereits seinen rechten Fuß und will ihn später noch ins Licht setzen.



Die zenitale Lichtquelle ist dabei zunächst weniger wichtig für mich, weil ich meinen Weg durch die unbemalten Stellen auf dem Modell arbeite. Ich habe angefangen mit etwas Licht auf den dunkeltürkisen Rüstungsteilen.

Die nächsten Schritte umfassen jetzt die Bemalung jeder Stelle mit ihrer Grundfarbe, um den richtigen Blick für das Modell zu gewinnen. Beim Aufbringen der dunklen Grundfarbe für die metallischen Stellen beachte ich die Lichtsituation auf den Metallen noch nicht. Ich male nur die Grundfarbe und füge Lichter später hinzu (das ist viel einfacher, wenn kleine metallische Stellen zu bemalen sind). Ich habe etwas an den Waffen gearbeitet, etwas mehr Helligkeit in den Hautton eingearbeitet und mit Rot lasiert, um die Haut lebendiger aussehen zu lassen. Ebenso habe ich einige Goldstellen hinzugefügt, nicht viele, denn Gold lässt alles sehr schnell wichtig erscheinen. Ich hatte 3 Goldtöne dafür, einen dunklen, einen mittleren und einen hellen, und brachte sie auf wie hier beschrieben. Ich hatte die Idee, dass dieser Wahnsinnsbarbar deshalb so sauer aussieht, weil er von mehren Pfeilen getroffen wurde (wofür ich Akupunkturnadeln benutzt habe). Ich bohrte je ein kleines Loch und klebte sie hinein (ja, in die schon bemalten Teile, am Schluss wird dort noch Blut hinkommen). Nachdem das getrocknet war, habe ich Schwarz genommen, um sie vorläufig zu bemalen. Ich habe ein bisschen an der Base gearbeitet mit Pigmenten und hellen Farben – intuitives Arbeiten, nicht wirklich beschreibbar. Es gefiel mit nicht, dass der Pferdeschwanz so direkt gen Himmel zeigte, also habe ich ihn mit etwas sanfter Gewalt meiner Gorilla-Arm-Kraft abgebrochen, haha – er wurde dann aber mit Kleber versehen und wieder angebracht. Zu diesem Zeitpunkt sind 3-4 Stunden Malzeit verstrichen...

Die folgenden Fotos erscheinen ein wenig zu dunkel, aber sie zeigen dir gut, was ich zu der Lichtsituation meine:



Nächster Schritt: Leg etwas gute Musik zum Bemalen auf. :)
Ich habe das Licht noch etwas mehr gesteigert, indem ich die Haut an einigen kleinen Stellen noch aufgehellt habe. Intensivierung roter Lasuren. Habe meinen Weg durch die metallischen Details der Rüstung mit Bronze und einer helleren Spielart davon gearbeitet, immer im Hinterkopf, dass das Licht auf die Figur von oben trifft. 6-7 Stunden Malerei bis zu diesem Zeitpunkt.....

Total unterschiedliche Fotos, bei denen die Beleuchtung mal ber dem Tisch ist, mal draußen auf dem Balkon – komplett durcheinander, aber ich bin sicher, du wirst verstehen, worum es mir geht – als erstes das Foto ohne intensivere rote Lasuren, draußen auf dem Balkon:




Mit dem nächsten Schritt habe ich die roten Lasuren etwas übermalt, sie scheinen immer noch leicht durch. Das ist kein Problem, da ich sie später herausholen werde. Habe die Lichter ein wenig mehr zurückgebracht. Von diesem Punkt an ist geht es ans „Aufräumen“ auf der Figur, ans Blacklining (verschiedene Bereiche durch eine feine, dunkle Linie voneinander abgrenzen). Licht intensivieren hier und da, an Details wie den Augen, Fingernägeln, Tattoos arbeiten, die Lederteile so herausarbeiten, Blut, abschließende Lasuren verschiedener Hautbereiche, die Federn am Pfeil im Boden aufbauen... und dies und das... Es wird eine Weile dauern und ich entscheide mich, das jetzt nicht fertig zu stellen, weil ich mich im Moment auf das Bemalen an sich konzentrieren will, wenn ich schon einmal an solchen Details arbeite, anstatt für euch die ganze Zeit Fotos zu schießen, haha... hier sind wir bei rund 10 Stunden Malzeit... ich denke, 5-10 Stunden werden nun für die Detailarbeit folgen...


Hier sind einige weitere WIP-Schnappschüsse, um zu zeigen, wie stärkere Lichtpunkt sich auswirken, ehe ich mich zum Abschluss durch die Miniatur arbeite – es hilft oftmals auch, ein schwarz-weißes Foto anzusehen, um Lichtsituation und Fokus ohne störende Farben zu untersuchen. Ich hoffe, du lernst etwas durch diesen Artikel. Weiter geht’s:



Abschließende Worte

Ich hoffe, du verstehst, was ich zum Thema zenitale Beleuchtung zeigen wollte. Die Vorgehensweise sollte dir noch einmal einen weiteren Einblick geben, wie ich mit einer Miniatur loslege... sicherlch nicht bis zum Ende, aber das könnte ja ein anderer Artikel in der Zukunft werden – jetzt bin ich zu faul und will den Typen fertig bekommen. Außerdem muss ich noch für den nächste Malworkshop packen...

Keep on happy painting! ...und hinterlass einen Kommentar, wenn dieser Artikel hilfreich für dich war... zusätzliche Gedanken zu diesem Thema sind äußerst willkommen... teile deine Erfahrung mit uns hier, wenn es okay ist, fügen wir ihn als Zitat von dir in den Artikel ein.

Liebe Grüße,
Roman

Tutorial – Deinen Sockel mit Feuer einzigartig machen

by Robert aka muhani

Article by roman, jarhead, kong

Translation by Mike Simon,
Herzlichen Dank!



Heyho.

Während des Experimentierens an der Base des USMC entschloss ich mich, ein Tutorial daraus zu machen Du kannst auf einfache Weise deinen Sockel einzigartig machen, du brauchst den Sockel und ein Feuerzeug, sonst nichts – und wenn du mehr brauchst, erkläre ich's dir im Text.

Ich nahm Buchenholz, welches sehr hart ist und sehr langsam brennt, so dass du mehrere Anläufe und Geduld brauchst. Wen du ein weicheres Holz nimmst, brennt es schneller. Mach das bitte nur unter freiem Himmel, weil es ziemlich stinkt und du auf deine Gesundheit achten solltest – mach keinen Unfug mit Benzin, oder andere gefährliche oder böse Sachen. Achte darauf, dass du das immer nur mit naturbelassenem Holz machst, das weder lackiert noch anderweitig behandelt ist.

Erstes Experiment:
Ich nahm das Feuerzeug und hielt die Flamme an die Ecken des Sockels. Er wollte nicht wirklich brennen, kohlte aber nach einer Weile an. Ich bin glücklich mit dem Ergebnis – sieh es dir an – und bemalte am Schluss das Ganze mit Schwarz und bürstete es mit einem sehr dunklen Grau trocken.


Zweites Experiment:
Ich nahm einen weiteren Buchensockel und schnitt mit meinem Seitenschneider in eine Ecke. Wenn das Material weniger hart wäre, dachte ich, würde sich das Feuer schneller ausbreiten. Ich gab ihm also die Chance, das zu tun. Hier ist das Ergebnis:


Hoffe, du magst dieses kleine Tutorial und es konnte dem einen oder anderen Dschungelbesucher helfen... Semper Fi!

Keep on happy painting!
Grüße
Roman


Tutorial – Beim Basebau mit Gips Details hinzufügen

by Robert aka muhani

Article by roman, jarhead, kong

Translation by Mike Simon,
Herzlichen Dank!


Hey-Ho!

Dieser kleine Artikel richtet seinen Blick wieder auf den Bau von Bases. Es geht dabei um das Bauen mit Gips und wie man der Base feine, kleine Details hinzufügen kann. Klar, das nicht nichts wirklich neues oder ultramegacool – es könnte euch aber ein wenig inspirieren.


Bei Basebau mit Gips werden oft fertige Produkte verwendet. Du kannst sie natürlich deiner Base hinzufügen, wenn du magst, und sie platzieren, wie es dir gefällt. Da Gips ein großartiges Material ist, genügt es, hier und da eine Ecke hineinzuschneiden, irgendwo etwas zu zerstören, um genug Abwechslung zu schaffen, damit es für das Auge des Betrachters auch interessant ist. Wenn beispielsweise eine Säule zerbrochen ist, muss es doch irgendwo noch den Rest der Säule auf dem Boden geben - der Teil, der herunterfällt und auf dem Boden liegen bleibt, wird oft vergessen.

Hier ist ein kleines Beispiel, wie ich mit Gips ein paar Details hineinarbeite, wenn ich die Hauptkonstruktion der Base platziert habe. Zuerst werden kleine Stein“abfälle“ geschnitten:



Das Nächste ist das Kleben der winzigen Stückchen an ihren Platz. Ein Zahnstocher ist hilfreich, um Sekundenkleber aufzunehmen und an seinen Platz zu bringen:



Kleine Details unterstreichen die gesamte Komposition und nehmen das Auge des Betrachters bei der Hand, um die Figur selber in den Fokus zu rücken. Sie lassen das Ganze interessant und natürlich wirken. Hier sind einige weitere Beispiele, wie ihr eurer Base ein detailreiches Aussehen geben könnt, indem ihr wirklich kleines Zeug in eurer Komposition verwendet:



Beim Bemalen geben euch derartige kleine Details die Gelegenheit, mit einer detaillierteren Lichtsituationzu arbeiten.
Das funktioniert natürlich nicht nur mit Gips. Es gibt einen Kontrast, der „Klein zu Groß“ heißt und mit allem funktioniert, was ihr verwenden wollt, beispielsweise mit
Holzstückchen oder kleinen Wurzeln: 













Ich hoffe, der kleine Ausflug hat euch gefallen – und denkt immer daran:
Wo es etwas Großes gibt, muss etwas Kleines sein, um Harmonie zu erhalten.

Happy Basing euch allen!
Beste Wünsche
Roman

Tutorial – Licht und Schatten

by Robert aka muhani

Article by Raffa, Picster, Capuchin, ...

Translation by Mike Simon,
Herzlichen Dank!


Hey, willkommen zu diesem Tutorial, in dem Lichter und Schatten behandelt werden.

Das Ziel dieses kleinen Tutorials ist es, zum besseren Verständnis von Licht, Schatten und Materialeigenschaften beizutragen.

Die Beispielbilder wurden digital erstellt zum leichteren Verstehen. Ich hoffe, du kannst das Wissen irgendwie brauchen und die Theorie auf die Miniaturen anwenden.

Also: Lass uns beginnen!

Das Grundgesicht
Dieses ist das Grundlagenbild, sieh es als die Basisfarbe.
Auf der rechten Seite sind zwei Referenzobjekte zum besseren Verstehen der Lichtsituation.



Gesicht Beispiel 1
Im ersten Beispiel kommt das Licht frontal von oben. Das Licht ist nicht allzu stark, wie du am Widerschein auf der Haut sehen kannst.



Die Falte unter dem Auge sollte beispielhaft besonders beachtet werden.
Dort kannst du sehen, wie Beleuchtung an so harten Kanten einfach und dramatisch präsentiert werden kann.



Gesicht Beispiel 2
In diesem Beispiel kommt das Licht direkt von oben.



Diese Art der Beleuchtung lässt Objekte sehr dramatisch wirken.
Speziell Gesichter kriegen so einen verrückten oder bösen Touch.
Alle größeren Objekte, wie Augenbrauen, Kinn und Nase werfen einen tiefen, starken Schatten.

Gesicht Beispiel 3
In folgendem Bild fällt das Licht von schräg links vorne ein.



Hier muss man nach herausragenden Objekten Ausschau halten, wie der Nase, die einen Schatten wirft.

Gesicht Beispiel 4
In diesem Beispiel kommt eine andere Lichtquelle dazu.



Um den Effekt solcher Beleuchtung zu verstärken, kannst du den Effekt auf einen unrealistischen Level anheben, wie oben im Bild zu sehen ist.
Normalerweise würde das türkise Licht eine viel diffusere Beleuchtung ergeben.
Durch das Setzen kleiner und selektiver Akzente (Highlights) kannst du einen tieferen, dreidimensionalen Effekt erzeugen.

Gesicht Beispiel 5
So weit so gut, jetzt lass uns Farben ins Spiel bringen.



Die Lichtquelle hier ist die gleiche wie in Beispiel 3.
Was hier neu ist, ist eine grüne Beleuchtung, du kannst dir vorstellen, der Typ ist in der Kanalisation.
Von dem grünen Umgebungslicht werden die Schatten grün eingefärbt.

Gesicht Beispiel 6
Hier ist das letzte Beispiel, das das ganze Zeug kombiniert, das wir bis hier behandelt haben.



Ein globales, blaues Licht, ein weißes Licht von links und ein türkises Licht von rechts.
Wie du sehen kannst, ist die Hautfarbe in der Farbe des globalen Lichtes getönt.
In diesem Fall kannst du sehen, dass die Haut ein wenig blass aussieht und eine blaue Tönung aufweist.

Theorie über Kanten
So, hier ist etwas Theorie:



Wie du sehen kannst, musst du dir Gedanken über die Form einer Kante machen.
Die linke „Kante“ ist weich und darum wird es dort heller sein.
Die rechte Kante auf dem Bild wird dunkler zur Mitte hin.

Glanz
Jedes Material glänzt auf seine eigene Art.



Hier sind einige Beispiele, wie das Licht auf unterschiedlichen Arten von Oberflächen/Materialien wirkt und verschiedene Arten von Glanzeffekten produziert.
Auf Baumwolle beispielsweise hast du sehr diffuse Akzente mit wenig Glanz.
Plastik produziert im Gegensatz dazu sehr große und starke Effekte.
Auf Metall sind die Akzente normalerweise scharf und stark.
Natürlich gibt es einige Materialien, die aus diesem Muster herausfallen, wie zum Beispiel gebürstetes Metall oder Satin und Seide.
Der beste Rat dazu ist wohl, einfach einige Fotos zu nehmen und das Material durch genaues Betrachten zu studieren.
Am Ende dieses Glanzkapitels muss ich noch sagen, dass diese Information VIELLEICHT von begrenztem Nutzen für Miniaturen sein mag, aber vielleicht willst du auch einen neuen Schritt wagen und etwas neues ausprobieren. ;)

Lichteffekte (OSL)
Hier ist ein kleines bisschen über OSL-Effekte, wie die meisten Leute solche gemalten Lichteffekte nennen (Feuer, Magie, Blitze...)



Der Logik folgend wird der Akzent schwächer, je weiter die Lichtquelle vom Objekt entfernt ist. Was ebenso wichtig ist: Bleibe nicht die ganze Zeit bei der gleichen Farne, während du solche Akzente malst.

Zum Beispiel:
Feuer: Rot -> Orange -> Gelb -> Weiß
Magie: Blau -> Türkis-> Grün -> Weiß (es sieht so noch mystischer aus)
Je näher die Lichtquelle dem Objekt ist, um so heller wirst du mit der Farbe und beim Farbverlauf des Akzentes und durch umso mehr Farben gehst du beim Farbverlauf... ich hoffe, du weißt, was ich meine. ;)


So, nach all dem hoffe ich, interessantes Zeug geschrieben zu haben, dass nicht alle schon kannten. ;)

Edit von Kong: Ich habe diesem Artikel noch etwas interessantes hinzugefügt, das ich gefunden habe, während ich in verschiedenen Foren herumgehangen habe. Danke an Thomas an dieser Stelle für das Verlinken hiervon!


Prost,
Raffaele